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Am 02.01.2012. Das neue Jahr war noch nicht alt, da musste die FF Eppendorf mit dem Technischen Zug zu einem der größten Brände innerhalb der Hansestadt Hamburg der letzten Jahre in den Stadtteil Harburg (Anfahrt ca.20km) ausrücken. Es brannte dort eine eingeschossige Lagerhalle mit der Grundfläche von ca. 100 x 30m in ganzer Ausdehnung.

Gegen ca. 14:30 Uhr wurde das Feuer gemeldet. Gegen ca. 14:40 Uhr wurde vom Zugführer des 1. Eintreffenden HLZ 2. Alarm ausgelöst. Gegen 15:15 h durch den Einsatzführungsdienst B (B-Dienst) der 3. Alarm und gegen 15:36 Uhr der 4. Alarm durch den Einsatzführungsdienst A (A-Dienst). Schließlich wurden durch den Amtsleiter der Feuerwehr als diensthabender Feuerwehrleitungsdienst (FL-Dienst) gegen 16:00 der 6. Alarm ausgerufen und zusätzlich 4 FF angefordert. Da der Einsatzleitrechner nur bis zum 6. Alarm technisch eingerichtet ist, wurden bis bzw. gegen 18:15 Uhr 2 weitere DL, 1 TMF 54 und weitere 5 FF angefordert. Die Pressestelle der Feuerwehr bezeichnet diesen Einsatz daher als 8. Alarm.

Die Lagerhalle befand sich in einem Gewerbekomplex mit angrenzenden Gebäuden unterhalb einer 110.000 V Hochspannungsleitung. Vor Ort gab es immer wieder Verpuffungen begleitet von einem starken Flammenschlag und einer bis zu 50m hohen Flammenwand bis in den Abendhimmel des ersten Tages hinein. Die extrem starke Rauchentwicklung zog über mehrere Stadtteile in Richtung Ost-Nord-Ost und war von weit her aus Teilen der ganzen Stadt sichtbar.

Während der Erst- und Hauptbrandphase bestand eine unmittelbare Gefahr der Brandausbreitung auf ein nebenstehendes 3-geschossiges Bürogebäude und zwei Lagerhallen. Zudem lag eine Tankstelle in ca. 60m Entfernung zum Brandobjekt. Das Lagergut in der Halle waren 2000t Kautschuk, 3 gasbetriebene Gabelstapler, ca. 20 Propangasflaschen und 10.000l Heizöl in 4 Tanks (Quelle: FW Hamburg).

Es wurde eine massive Brandbekämpfung im Außenangriff mit Riegelstellungen zu Nachbargebäuden mittels bis zu 8 WAWE über DL bzw. TMF, 6 WAWE über HLF, 6-SM-Rohren, 4 B-Rohren und mit bis zu 12 C-Rohren durchgeführt. Die Löschwasserversorgung wurde aus offenen Gewässern und über lange Wegstrecke durch mehrere FF mittels Schlauchwagen und LF KATS sichergestellt.

Seit kurz nach 15:00 Uhr wurde die EST in 2 EA aufgeteilt: EA Nord + EA Süd. Im späteren Verlauf wurde durch die benachbarte WF Holborn ein Alco-Großwerfer auf Anhänger mit 16.000l/min und zwei Tauchpumpen mit je 22.000l/min eingesetzt. Aufgrund der Vielzahl der Einsatzfahrzeuge wurde ein Bereitstellungsraum an der FuRW 31 eingerichtet, aus dem die Kräfte sukzessive in die EA abgefordert worden sind.

In beiden EA wurde jeweils eine FF TH zu großflächigen Beleuchtungsmaßnahmen u.a. mittels 2er LIMA-Anhänger mit 7000W und 2er 4000W Powermoon Flächenbeleuchtungssysteme und diversen Stativen eingesetzt. Aufgrund partieller Brandausbreitung auf das Dach einer benachbarten Lagerhalle wurden hier zudem ca. 40m² Dachhaut durch mehrere PA-Trupps der FF WARW und FF EPPD mittels Rettungssägen im Rahmen einer Dachhautöffnung zwecks taktischer Ventilation geöffnet. Zudem wurde die Brandbekämpfung auf dem Dach mit 2 C-Rohren auf das Brandobjekt vorgetragen. Die Lagerhalle des Brandobjektes musste schließlich aufgegeben werden. Die Lagerhalle ist während der Hauptbrandphase großflächig eingestürzt, daher waren intensive Aufräumarbeiten mittels 2er RADL des THW über längere Zeit erforderlich, um an Brandnester heranzukommen. Kontaminiertes Löschwasser wurde von der Straße mittels mehrerer Tauchpumpen des THW gelenzt.

Kontaminierte Schutzbekleidung (ca. 150 Sätze), welche durch Kautschuk und Öle massiv verunreinigt worden ist, wurde an der EST in einer Mulde belassen. Eine Not-Kleiderkammer in einem Schnelleinsatzzelt des GW-RD wurde an der EST eingerichtet. Die 3 Abrollbehälter Schaum bzw. Schaumtank wurden z.T. mehrfach bei Fa. Stahmer gefüllt und fuhren im Pendelverkehr zur EST. Die 3 AB Atemschutz wurden z.T. mehrfach zwischen der EST und des Technikzentrums im Pendelverkehr zwecks Bestückung neuer PA’s eingesetzt. Es wurden ca. 200 PA‘s verbraucht.

Für Geräte und Fahrzeug wurde in den frühen Morgenstunden des 03.01.2012 auf der Nordseite eine Dekontaminationsfläche zur Reinigung eingerichtet. Hier wurden über den gesamten Tagesverlauf durch 4 FF-Einheiten der Sonderkomponente Dekontamination und Reinigung intensive Reinigungsmaßnahmen mittels Hochdruckreinigern durchgeführt. Zudem galt es die Masse an verunreinigten Schläuchen zu beseitigen und in Mulden zu verbringen. Die Löschwasserversorgung über lange Wegstrecke wurde durch 3 FF SW und 2 Löschboote und weiteren LF aus offenem Gewässer durchgeführt.

Die Versorgung wurde durch 2 FF Versorgung an der EST aufrechterhalten. Für die Kommunikation und Einsatzdokumentation wurden mehrere Sonderkomponenten Fernmelde mit Führungs- u. Lageanhänger zur Unterstützung des Befehlswagens (ELW3) eingesetzt. Intensive Nachlösch- und Aufräumarbeiten dauerten über längere Zeit an. Es wurde eine zyklisch fortlaufende Brandwache an EST belassen. In den Vormittagstunden des 04.01.2012 rückte das letzte HLF ein.


Insgesamt waren bei diesem Großfeuer neben massiven Kräften der BF nachfolgende Einheiten der FF Hamburg intensiv gefordert (Quelle FF Hamburg):

FF Rönneburg - FF Sinstorf - FF Francop - FF Harburg - FF Fünfhausen - FF Billstedt-Horn - FF Marmstorf - FF Neugraben - FF Neuland - FF Eissendorf - FF Lohbrügge - FF Wellingsbüttel - FF Warwisch - FF Moorfleet - FF Bille - FF Curslack - FF Fischbek - FF Kirchwerder-Süd - FF Moorburg - FF Berliner Tor - FF Eppendorf - FF Ottensen-Bahrenfeld - FF Barmbek - FF Blankenese - FF Eimsbüttel - FF Oldenfelde-Siedlung - FF Altona - FF Alsterdorf - FF Lurup - FF Schnelsen - FF Groß-Borstel - FF Tonndorf - FF Lokstedt - FF Wandsbek-Marienthal - FF Bramfeld- FF Langenhorn-Nord - FF Pöseldorf - FF Boberg, die BerF Harburg, Marschlande, Unterelbe, Wandsbek, Bergedorf , Süderelbe, Walddörfer und Eimsbüttel sowie LBF/V-Süd und LBF/V-Nord. Einige Wehren waren auch mehrfach oder mit verschiedenen Komponenten an der Einsatzstelle.

 

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Wir bedanken uns bei M. Arning für das zur Verfügung stellen der o.g. Bilder

 

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Titel-Banner mit freundlicher Genehmigung von Rüdiger Gärtner