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In den Mittagstunden am Freitag des 09.01.2015 erreichte Sturmtief „Elon“ die Hansestadt Hamburg. Die Windspitzen erreichten in schweren Sturmböen Windgeschwindigkeiten um 100km/h (10 Bft.). Gegen Mittag wurde durch die Leitstelle der Feuerwehr Hamburg der Betriebszustand Ausnahme ausgerufen. Der Technische Zug der FF Eppendorf musste in der Folge an den Tagen 09.01, 10.01. und 11.01.2015 zu insgesamt 17 wetterbedingten Einsätzen ausrücken. Ab dem frühen Nachmittag am Freitag, den 09.01.2015 waren alle drei Fahrzeuge der Wehr mit insgesamt 18 Einsatzkräften besetzt und konnten für entsprechende Technische Hilfeleistungen eingesetzt werden. Schwerpunkt der Einsätze stellten umgestürzte Bäume bzw. zu fallende Dachteile, dar. Es wurden durch unsere Baumfäll-Fachkräfte Fachberatungen durchgeführt und spezielles technisches Gerät wie leistungsstarke Motorkettensägen mit 70cm langer Sägeschiene, 3,2t-Greifzug mit Umlenkrolle oder Stahlseile mit 50m Seillänge bzw. Seilwinden eingesetzt. Insgesamt wurden am 09.01.2015 durch den Technischen Zug Eppendorf 12 Einsätze im Zugverband oder in Teileinheiten abgearbeitet! 

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Bild mit freundlicher Genehmigung der Presse

Einzelne besondere Einsätze sollen nachfolgend kurz dargestellt werden:

09.01.2015: 
Am Nachmittag gegen ca. 15:50 Uhr drohte in der Eppendorfer Landstraße im Stadtteil Eppendorf eine ca. 25m hohe Blautanne auf zwei Wohnhäuser zu fallen. Eine Aufstellmöglichkeit für DLK/TMF war nicht gegeben. Der Wurzelteller lag frei. Es bestand akute Gefahr. Der Baum wurde nach vorsorglicher Abstimmung der Entscheidung von dem nachalarmierten Zuführer 11 aufgrund der aktuellen Wettersituation gefällt. Der Baum wurde mittels zweier Stahlseile über Greifzüge zunächst angeschlagen und danach durch unsere Baumfäll-Fachkräfte komplett gefällt. Aufgrund fehlender naturgegebener Festpunkte für den Greifzug wurden zwei Erdanker mit Erdnägeln gesetzt. Die Gefahr wurde beseitigt. Die personal- und materialintensiven Maßnahmen vor Ort dauerten u.a. aufgrund durch die anhaltenden Orkanböen ca. 6 Std. Bei einer weiteren Einsatzstelle in der Eppendorfer Landstraße drohten mehrere Dachpfannen von einer aufgesetzten Turmspitze eines 6-geschossigen Dachgeschosses eines Altbaus zu fallen. Eine Zuwegung gestaltete sich aufgrund des starken Windes als schwierig; nachgeforderte Hubrettungsfahrzeuge konnten mangels notwendiger Ausladung und Windwirkung die EST leider nicht erreichen. Zudem mussten die Arbeiten an der EST nach intensiver Erkundung zeitweise aus Sicherheitsgründen wegen der andauernden starken Orkanböen unterbrochen werden. Im späteren Verlauf konnte die EST nach Windberuhigung durch die nachalarmierten Einsatzkräfte der SEG Höhenretter der BF Barmbek erreicht und abgearbeitet werden. Die Gefahr konnte schließlich beseitigt werden. Auch diese Einsatzstelle nahm ebenfalls mehrere Stunden in Anspruch. Die Einsatzkräfte des Technischen Zuges Eppendorf waren um kurz vor Mitternacht wieder mit allen Fahrzeugen zurück in der Wache und nahmen die Einsatzbereitschaft, nach vorheriger intensiver Reinigung und Instandsetzung von eingesetzten Motorsägen und weiteren Einsatzgeräten, wieder auf um für das bereits angekündigte Orkantief „Felix“ wieder uneingeschränkt einsatzbereit zu sein. 

10.01.2015:
In den Vormittagsstunden am Samstag des 10.01.2015 erreichte das Orkantief „Felix“ die Hansestadt Hamburg. Anders als am Vortag erreichten die Windspitzen nunmehr in schweren Sturmböen Windgeschwindigkeiten auch Orkanstärke um 115km/h (11 Bft.). Gegen 11:30 Uhr wurde aufgrund des erhöhten Einsatzaufkommens erneut durch die Leitstelle der Feuerwehr Hamburg der Betriebszustand Ausnahme ausgerufen. Der Technische Zug der FF Eppendorf musste erst ab ca. 14:00 Uhr zu 4 weiteren wetterbedingten Einsatzstellen ausrücken. Dabei waren erneut alle drei Fahrzeuge der Wehr mit über 20 Einsatzkräften besetzt und konnten für entsprechende spezielle Technische Hilfeleistungen eingesetzt werden. Und wieder wurden durch unsere Bäumfäll-Fachkräfte 2 Fachberatungen durchgeführt und hauptsächlich spezielles technisches Gerät wie leistungsstarke Motorkettensägen mit 70cm langer Sägeschiene oder der 3,2t-Greifzug in den Einsatz gebracht.

Am Nachmittag gegen kurz nach 15 Uhr drohten im Stadtteil Dulsberg zwei ca. 32m hohe Pappeln mit je einem Stammdurchmesser von 1,20m auf zwei 4-geschossige Wohnblocks zu fallen. Eine Aufstellmöglichkeit für DLK/TMF war erneut nicht gegeben. Der Wurzelteller war je nach Winddruck in deutlicher Bewegung, einer der Bäume war in deutlicher Schräglage zum Gebäude. Es bestand akute Gefahr aufgrund der aktuellen Wettersituation. Die zuvor alarmierte FF Bramfeld hatte den Zugführer 23 zur Entscheidungshilfe nachgefordert. Dieser hatte das sofortige Fällen angeordnet. Die FF Bramfeld forderte daraufhin den gesamten Technischen Zug der FF Eppendorf und den Bereichsführer Alstertal nach. Im weiteren Verlauf wurden zudem die SEG Höhenrettung, sowie der GWR1 der FF Fuhlsbüttel und die Versorgung an die Einsatzstelle nachgefordert. Die beiden Bäume wurden mittels Stahlseile über Greifzug und Seilwinde zunächst angeschlagen und gesichert und danach sukzessive durch unsere Baumfäll-Fachkräfte komplett gefällt. Aufgrund fehlender naturgegebener Festpunkte für den Greifzug wurden zwei Erdanker mit Erdnägeln gesetzt. Die Gefahr wurde beseitigt. Die personal-und materialintensiven Maßnahmen vor Ort dauerten wie in der Nacht zuvor u.a. aufgrund der Unterbrechungen durch die anhaltenden Orkanböen ca. 7 Std. 

Parallel zum vorherigen Einsatz erreichte gegen kurz vor 17:00 Uhr des gleichen Tages ein weiteres Hilfeersuchen die Einsatzkräfte des Technischen Zuges Eppendorf im Stadtteil Tonndorf. Hier waren die FF Tonndorf und der Zugführer 22 seit kurz nach 15:00 Uhr im Einsatz und benötigen dringenden fachlichen Rat und technische Unterstützung bei einer weiteren komplexen Sturmlage. Eine ca. 15m hohe Tanne war zwischen zwei Wohnhäusern in eine weitere Tanne gefallen. Hierfür wurde ein Fahrzeug kurzfristig aus dem laufenden Einsatz herausgelöst. Nach einer Erstsicherung durch den in Stellung gebrachten Greifzug war ein weiteres Fällen aufgrund der immer noch zum Teil erheblichen Windeinwirkung kritisch. Daher wurde nach eingehender Erkundung eine Kronensicherung durchgeführt, um eine vorübergehende Stabilität zu erreichen. Nachdem die Maßnahmen abgeschlossen waren, ging es dann zurück zu den Restkräften in den Stadtteil Dulsberg, wo immer noch die 2 Pappeln warteten…

Gegen kurz nach Mitternacht war es dann endlich geschafft, die Motorkettensägen wieder instandgesetzt, sämtliche Einsatzgeräte gereinigt und der gesamte Technische Zug wieder einsatzbereit.

11.01.2015:
Nach einigen Stunden der Ruhe wurde der Technische Zug Eppendorf am späten Sonntagnachmittag nochmal mit Spezialgerät durch den ZF16 in den Stadtteil Alsterdorf nachgefordert. Der GWR3 wurde zur Unterstützung der bereits tätigen FF Alsterdorf mit der 8t-Seilwinde benötigt. Hier war eine Kiefer in deutlicher Schräglage, konnte aber nicht frei fallen. Eine Aufstellfläche für DLK/TMF war mangels Zuwegung nicht gegeben. Der Baum wurde gefällt und parallel mittels Seilwinde des GWR3 umgezogen. Die Sicherungsmaßnahmen und Fällarbeiten waren nach ca. 2 Std. abgeschlossen. Die Gefahr wurde beseitigt. 

Insgesamt waren die ehrenamtlichen Helfer der FF Eppendorf knapp 24 Std. zur Hilfeleistung für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt im Einsatz.
Nähere Informationen gibt es unter der Rubrik Einsätze!

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Titel-Banner mit freundlicher Genehmigung von Rüdiger Gärtner